Urech Augeblick 1/2025

augeblick kundenzeitung von urech optik 2025

Liebe Leserinnen und Leser Seit 2015 gestalten Karin und ich die Eigenkollektionen bei Urech Optik – mal aus feinem Baumwollacetat, mal aus edlem Büffelhorn. Wir haben sechs Kollektionen entwickelt, die unsere Handschrift tragen. Für die siebte wollten wir bewusst neue Impulse setzen. Also haben wir die kreative Leitung weitergegeben – an ein Teammitglied, das vor Ideen nur so sprüht. Selina Kiser, unsere stets gut gelaunte und kreative Mitarbeiterin, näht ihre Kleider gerne selbst, auch schon mal aus Mikrofasertüchern. Sie weiss kaum, wohin mit Fantasie, Tatendrang und Vorstellungsvermögen. Aber wir wissen es. «Selina», sagten wir, «hast du Lust, eine neue YOURECH-Kollektion zu entwerfen?» Und wie sie hatte! Sechs unterschiedliche YOURECH-Fassungen hat Selina kreiert. Sie hat das faszinierendste Abfallprodukt der Natur nicht nur verwertet, sie hat es veredelt. Gefertigt wurden die Fassungen von Noosh Optix in Chur, sprich: von Pascal Nüeschs ruhiger Hand. Pascal ist unser Experte für Büffelhorn mit einem feinen Gespür für den perfekten Schliff. Gutes Design benötigt gutes Handwerk. Die neuen Unikate von YOURECH verbinden beides. Herzlich, Ihre Mary Urech Design und Handwerk. «Eigentlich wollten wir in Paris Kleider shoppen...» Mary Urech Editorial Kindersonnenbrillen Porträt UV400-Schutz, robustes Polycarbonat, elastische Federscharniere, poppige Farben und Formen in allen Grössen, und trotzdem richtig preisgünstig – solche Kinderbrillen sind selten zu finden. Bei Urech Optik gibt es sie. Eine Kindersonnenbrille muss einen guten Sonnen- und UV-Schutz bieten. Hart im Nehmen muss sie sein, damit sie unsanfte Landungen im Sandkasten übersteht. Und preisgünstig, damit es nicht zu sehr schmerzt, wenn das Kind die Brille irgendwo liegen lässt. Letzteres passiert allerdings seltener, wenn die Sonnenbrille so cool und unverwechselbar aussieht, dass das Kind sie gar nicht mehr absetzen will. Die Auswahl an preiswerten und trotzdem stylischen Sonnenbrillen für Kinder ist sehr gering. Doch bei Urech Optik ist sie diesen Sommer um vierzig weitere poppige Modelle gewachsen. «Eigentlich wollten wir in Paris Kleider shoppen», sagt Mary Urech, «aber dann haben wir mit Hello Hossy auch noch einen neuen Brand für Kindersonnenbrillen entdeckt. Ein echter Glücksgriff.» Die Modelle für die Kleinsten bieten eine Befestigung am Hinterkopf. Und für die Astronautenfans unter den Kids gibt es auch Shield-Sonnenbrillen, wie ihre Eltern sie auf der Piste tragen. So viele, so stylische, so robuste und so günstige Sonnenbrillen für Kinder gibt es halt in einem Familienunternehmen, dessen Familien so einiges unternehmen. Vorweg: Hast du den Streckenrekord geschafft? Robin Gemperle: Ja, das habe ich. Die offizielle Bestzeit lag bei 13 Tagen und 2 Stunden. Ich fuhr nun einen inoffiziellen Rekord von 11 Tagen und 19 Stunden. Was heisst inoffiziell? Ich musste einem Waldbrand ausweichen und darum die offizielle Route verlassen. So wurde mein Rekord inoffiziell, obwohl mir der Umweg deutlich mehr Kilo- und Höhenmeter beschert hatte. Fies. Das sind die Regeln. Der letzte inoffizielle Rekord lag übrigens bei über 12 Tagen. Bisher war man einhellig der Meinung, unter zwölf Tagen sei diese Distanz nicht zu schaffen. Du warst ja grossenteils allein unterwegs, oft in der Wildnis. Was passiert da eigentlich, wenn etwas passiert? Dann musst du das Problem lösen. Auf der Divide Route trifft man so alle halbe Tage mal jemanden an. Allerdings hast du einen GPS-Tracker dabei, dank dem man online deine Fahrt mitverfolgen kann, und der bietet einen Button für Notfälle. Wenn man täglich bis 20 Stunden im Sattel sitzt, hört man da Musik? Manchmal Musik, manchmal Podcasts, aber sehr oft auch nichts. Nämlich dann, wenn du den Kopf bei der Sache haben oder dich einfach auf deine Energien konzentrieren musst. Musik kann zu emotionalen Schwankungen führen, und wenn du die Musik dann abstellst, fällst du in ein Loch. Man muss sie darum sehr bewusst einsetzen. Schläfst du im Zelt? Nein. Ich etappiere meine Fahrt möglichst so, dass ich in einem Motel schlafen kann. Der Erholungswert ist höher und ich brauche statt eines Zeltes nur einen Notschlafsack mitzunehmen, das mindert das Gewicht. Der Schlafsack kam nur zweimal zum Einsatz. Hand aufs Herz: Wieso tut man sich sowas an? Ehrgeiz? Natürlich spielt Anerkennung eine Rolle. Es ist schön, etwas zu erzählen zu haben. Ein Sportler definiert sich über Leistung und Aufmerksamkeit. Aber es ist auch eine interessante Herausforderung, ein Erlebnis. Mich fasziniert es, aus eigener Kraft auf einem Bike so vorwärts zu kommen. Was verbindet dich mit dem Aargau? Es ist mein Heimatkanton. Aber ich bin mehr Aarauer als Aargauer. Die Stadt bietet nicht nur das Dörfliche, das manche belächeln, sondern auch das Urbane. Und ich habe viele Freundschaften hier. Die Region ist übrigens optimal zum Trainieren. Das Einzige, was fehlt, ist ein längerer Aufstieg, die Salhöhe hat man in einer halben Stunde geschafft, aber sonst findet man alles, was es zum Mountainbiken braucht. Hello Hossy! 11 Tage, 19 Stunden Architekt Robin Gemperle ist der zäheste Kunde von Urech Optik. Diesen Sommer durchquerte er mit dem Mountainbike die USA auf der Tour Divide: 4418 km, 61'000 Höhenmeter, von Kanada bis Mexiko – allein, entlang der kontinentalen Wasserscheide (Divide). Man muss Lebensmittel einteilen, Unterkünfte suchen oder biwakieren und möglichst keine Grizzlybären verärgern. Und weil die Route unmarkiert ist, muss man auch den Weg selbst finden. CRACKS FOR CRACKS. «Ich trage eine Oakley Sphaera von Urech Optik. Bei Urech Optik arbeiten SportbrillenCracks, und Oakley stellt mir die Brille zur Verfügung. Ich bin ein Fan der Prizm-low-lightGläser. Sie dunkeln nicht ab und sind im Normalzustand relativ hell. So kann ich auch nachts fahren, wie das bei Ultrarennen der Fall ist, ohne dass ich Gläser oder Brille wechseln muss. Das Wichtigste an einer Sportbrille ist für mich der Sitz. Die Brille darf nicht runterrutschen. Würde ich klassische Radrennen fahren, dann würde auch das Blickfeld eine Rolle spielen, da schaut man auch mal nach hinten oder auf die Seite und beobachtet die Konkurrenz. Aber bei einem Ultrarennen kannst du dorthin schauen, wo du hin willst.» Robin Gemperle ZWEITER TRIUMPH Im August hat Robin auch das legendäre Silk Road Mountain Race in Kirgisistan gewonnen. Das Rennen zählt zu den härtesten Bikepacking-Wettkämpfen der Welt: 1924 Kilometer, fast 28'000 Höhenmeter und eine Route durch abgelegene Hochgebirgsregionen, die selbst erfahrene Fahrer an ihre Grenzen bringt. Er meisterte die Strecke in 6 Tagen, 20 Stunden und 36 Minuten – und das unter extremen Wetterbedingungen, mit Regen, Kälte und teils unpassierbaren Wegen – mit Bike auf den Schultern. Der Sieg in Kirgisistan unterstreicht Gemperles aussergewöhnliche Saison – wir wünschen ihm weiterhin viel Spass, Erfolg und besten Durchblick.

Wer aus der Norm fällt, hat es manchmal schwieriger. Bei Schuhgrössen oder BHs zum Beispiel. Wer ein schmales Gesicht hat, kennt die herausfordernde Suche nach der passenden Brille. Viele stylische Brillen wirken zu gross. Zum Glück gibt es Colibris aus Norddeutschland – sie entwerfen stilvolle Fassungen in allen Formen und Farben – und das ausschliesslich für schmale Köpfe. Manche Gläser von Colibris sind lediglich 45 mm breit und bei einigen Fassungen liegen die zwei Gläser nur 14 mm auseinander. Grossartig ist dafür das Design mit seinem unverkennbar nordischen, klaren Ausdruck. Und gross ist die Auswahl: Bei Urech Optik warten neu mehrere Dutzend Modelle darauf, gut gelaunt aufgesetzt und mit eigenen Augen betrachtet zu werden. Die Kollektionen von Colibris werden jeweils von zwei Designerinnen entworfen. Sie lassen sich inspirieren von aktuellen und kommenden internationalen Trends und kreieren in der heimischen Manufaktur in Lübeck Prototypen für schmale Gesichter. Was gefällt, geht in Serie. Die eleganten Acetatfassungen stammen aus Deutschland, die Rahmen aus Edelstahl und Titan werden von italienischen Spezialisten angefertigt. Solide Qualität geht über alles. Die meisten Brillenfassungen bieten Design. Die Kollektionen von Lapima aber bieten Architektur. Der erste südamerikanische Brand bei Urech Optik entwirft Formen voller Wucht und Drama. Lapima ist eine kleinere Manufaktur für Sonnen- und Korrekturbrillen in Campinas bei São Paulo mit zwei Dutzend Mitarbeitenden. Ihre Fassungen stellen sie ausschliesslich aus hochwertigem Acetat her – mit keinem anderen Material lässt sich die Überschwänglichkeit brasilianischer Landschaften und Menschen so markant dreidimensional ausdrücken. «Nicht jeder Mensch ist geschaffen für eine aufregende Brillenfassung», sagt Mary Urech, «aber für manche Menschen sind aufregende Fassungen wie geschaffen. Aarau ist nicht Zürich oder London, aber erstaunlich viele Kundinnen und Kunden betreten unseren Laden mit der prickelnden Lust, etwas zu wagen. Für sie haben wir diese frechen Fassungen ins Sortiment aufgenommen.» Weltweit sind für den unverkennbaren brasilianischen Brand nur wenige Gesandte unterwegs. Dass sich in der Schweiz zwei Menschen mit einer Lapima begegnen, ist nicht sehr wahrscheinlich. Und wenn doch, dann werden sie über die Architektur von Sonnenbrillen und Brillen sprechen und womöglich feststellen, dass sie beim selben Fachgeschäft für Augenoptik ein- und ausgehen. In Downtown Aarau. Architektur aus Brasilien Das Glas fürs Gehirn Der Mensch sieht, worauf er blickt. Aber dabei nimmt er auch das Drumherum wahr. So empfindet er Räumlichkeit, kann sich orientieren und sich selbst verorten. Je besser ein Brillenglas den Übergang zwischen dem zentralen und diesem peripheren Sehen verbindet, desto müheloser empfindet der Mensch das Sehen. Es ist das Gehirn, das die Blick- und Fokuswechsel der Augen koordiniert und interpretiert. Hier setzt das Sensitive Brillenglas von Rodenstock an: Der DNEye® Scanner analysiert nicht nur Augenstruktur, Sehvermögen und Sehverhalten, sondern kann aus der Reaktion auf Lichtreize Rückschlüsse ziehen auf die Vorgänge im Gehirn. Die Daten ermöglichen die Herstellung eines Brillenglases, das extrem genau auf das Sehverhalten des Menschen abgestimmt ist, der es trägt. «Ich hätte nie gedacht, dass das so ein Riesenunterschied ist.» Kundin Margrit Hochstrasser «Nicht Zürich oder London, sondern Downtown Aarau.» Mary Urech Margrit Hochstrasser, was machen Sie beruflich? Ich bin frühpensioniert. Früher war ich im Sozialbereich, habe unter anderem mit Menschen mit Behinderung gearbeitet, meist in Leitungsfunktionen. Diese Jahre waren eine sehr gute Zeit. Nun ist es schön, selbstbestimmt über meine Agenda zu verfügen. Und womit füllen Sie das Plus an Freizeit? Mit Lesen, Freunde und Freundinnen treffen, Musik, Walking-Touren, Garten und anderem. Ich habe zudem noch das Präsidium der Ludothek Zofingen übernommen. Meine Tage sind gut gefüllt. Befassen Sie sich mit Brillengläsern? Nicht wirklich, dafür habe ich ja Urech Optik. Ich befasse mich eher mit den Fassungen. Sie mögen markante Modelle … Ja, schon immer. Zudem habe ich auf dem einen Auge eine relativ starke Korrektur und in einer markanten Fassung verschwindet das relativ dicke Brillenglas besser. Die Brille ist übrigens ganz leicht, auch wenn sie nicht so aussieht. Seit Frühling blicken Sie durch Sensitive Gläser von Rodenstock. Was macht den Unterschied? Die Leichtigkeit und Natürlichkeit, würde ich sagen. Ich habe nicht das Gefühl, eine Brille zu tragen. Das ist sehr angenehm. In meinem Empfinden ist auch der Rundumblick besser. Wenn ich die alte Brille wieder aufsetze, ist es wie Tag und Nacht. Ich hätte nie gedacht, dass das so ein Riesenunterschied ist. Und ich sage das nicht einfach so. Wo kommt die Brille zum Einsatz? Fast überall im Alltag. Auch beim Lesen, meinem grössten Hobby, und am Computer. Eine Art Leichtigkeit Great glasses for small faces Gläser Brand Brand Als Margrit Hochstrasser nach dem letzten Sehtest eine neue Brille benötigte, empfahl Augenoptikerin Simone Giger ihr die neuen Rodenstock Sensitive Gläser. Davon hatte sie noch nie gehört.

Kampagne Material und Nachhaltigkeit Wellnesgläser Selina Kiser, Mitarbeiterin von Urech Optik, entwickelte die Formen und Designs der neuen Kollektion. Pascal Nüesch, Brillenmacher von Noosh Optix in Chur, fertigte jede einzelne Fassung von Hand. «Mit dem Büffelhorn veredeln wir ein Abfallprodukt.» Selina Kiser Die Reise eines Werks Büffelhorn Klassebeschti. Jasmin Tschudy wurde bei der Lehrabschlussprüfung 2024 als Beste ausgezeichnet. Wanderfidlä. Julia Durrer stammt aus dem Engelbergertal. Sie wandert gern und «nidwaudneret», dass es eine Freude ist. Stallschatz. Simone Giger reitet, pflegt und liebt ihren Isländer namens «Smart». Schlägerschwinger. Dieter Urech schwingt. Zum Glück nur den Tennisschläger. Karaoke Queen. Wenn Laura Schürch am Team- Wochenende das Karaoke-Mik in die Finger bekommt, gibt sie es nur ungern wieder her. Gümmeler. Dave Urech kilometert die Welt auf seinem Velo. YOURECH – Die Modelle Die neue Horn-Kollektion von Urech Optik umfasst sechs Modelle. Ihre Namen sind mit einem Augenzwinkern gewählt – eine charmante Selbstreferenz der Mitarbeitenden. Das verwendete Büffelhorn bietet dabei nicht nur hochwertige Qualität, sondern auch Spielraum für kreative Wortspiele. Anprobieren statt nur anschauen Büffelhorn fühlt sich warm, natürlich und hochwertig an. Erleben Sie den Unterschied bei uns im Laden. Mehr Infos zu den Modellen finden Sie online. www.urech.ch/de/yourech Was ist der nächste Schritt im Werden der Fassung? Pascal: Ich fräse aus Pavatex Holzmodelle. Die setzt man auf und merkt, hier wäre etwas mehr Breite gut, dort ein etwas anderer Ansatz. Selina, hast du die Entwürfe den Kolleginnen und Kollegen bei Urech Optik gezeigt? Selina: Klar. Mit der Zustimmung des Teams steht und fällt eine Kollektion. Wir verkaufen nur Fassungen, an denen wir Freude haben. Aber bekommst du denn ein ehrliches Echo? Die meisten wollen doch nett sein … Selina: Ja, sicher. Bei uns darf man sagen, wenn man etwas nun nicht sooo cool findet. Ich bin ja auch am Lernen. Aber die Echos waren gut. Wer hat die Farben ausgewählt? Selina: Die Hornplatten haben Pascal und ich gemeinsam ausgelesen. Pascal hatte eine schöne Auswahl zur Verfügung, Abstufungen von Honigtönen über braun bis schwarz, manche mit weissen Strukturen darin. Jede YOURECH-Fassung gibt es in mehreren Farb-Varianten. Pascal: Wir haben auch gemeinsam besprochen, wie ich die Entwürfe im Detail ausführen soll: Wo runden wir ab, wo belassen wir eine Form eher kantig, welche Fassungen machen wir matt, welche polieren wir. Je nach Fassung ist die Wirkung eine völlig andere und auch der Hauttyp spielt eine Rolle. Und wie fertigt man eine Hornbrille? Pascal: Die Rohlinge fräse ich an einer umgebauten CNC-Fräsmaschine aus den Platten heraus. Das Schleifen und Biegen ist dann akribische Handarbeit. Bricht eine Fassung nicht, wenn man sie biegt? Pascal: Nicht, wenn man sie vorher erwärmt. Und nach dem Biegen schreckt man sie mit kaltem Wasser ab, dann erstarrt sie und die Form bleibt erhalten. Es braucht aber einiges Fingerspitzengefühl und viel Erfahrung. Wie lange arbeitest du an einer Fassung? Pascal: Wohl etwa sechs, sieben Stunden. Allerdings nicht am Stück. Man muss eine Fassung immer wieder weglegen und erst am nächsten Tag weitermachen, damit sich der Blick auf das ganze Design nicht in Details verliert. Am Schluss soll jede Fassung wirklich einzigartig sein. Selina: Also unsere sind es! Selina Kiser, Pascal Nüesch, habt ihr die Welt der Büffelhorn-Brillenfassungen neu erfunden? Pascal: Nein. Das kann man nicht und sollte man nicht. Ein Mensch, der eine Hornbrille trägt, der weiss, wo er im Leben steht. Fassungen aus Büffelhorn zeigen starke Präsenz, aber auch Zurückhaltung. Das bedingt eine gewisse Zeitlosigkeit im Design. Meist werden sie auch länger getragen. Ein Designer, der unbedingt auffallen will, sollte sich nicht an Büffelhorn wagen. Selina, wie gut kanntest du dich vorher aus mit Büffelhorn? Selina: Gar nicht. In der Lehre war es kein Thema, später arbeitete ich in England in einer OptikKette, wo es keine Fassungen aus Büffelhorn gab. Aber heute weiss ich, wie cool es ist, damit zu arbeiten. Büffelhorn ist ein körpereigenes Material, wie Nägel oder Haare, sehr hautverträglich und allergiefrei. Diese Natürlichkeit spürt man, wenn man eine Büffelhornbrille trägt. Und eigentlich veredeln wir mit dem Büffelhorn ja ein Abfallprodukt. Wie bist du beim Design vorgegangen? Selina: So wie Pascal jeweils vorgeht. Ich habe das Foto eines Gesichts genommen und eine Brille darauf gezeichnet, die zum Gesicht passen könnte. Eine gewisse Vorstellung der Form hatte ich natürlich vorher schon im Kopf. Die entwickelt sich, reift heran. Ich entdecke in unserem Laden, online oder in einem Heft ein stilistisches Merkmal, das passen könnte, und füge es dem ersten Entwurf bei. Ob es auch funktioniert, merkt man erst, wenn man die Zeichnung ausdruckt und auf die Nase setzt. Worauf kommt es an? Pascal: Die Proportionen sind entscheidend. Darum die Porträtfotos, als Hilfe für die ersten Zeichnungen. Dank des Fotos kann ich mich zum Beispiel an den Augenbrauen orientieren. Dann lege ich fest, wo ich den Steg positionieren will, wie hoch und breit er ist, wie er mit den Backenteilen korrespondieren soll. Platziert man den Steg sehr hoch oben, dann wirkt eine Nase länger. Schon kleinste Modifikationen im Bereich von Zehntelmillimetern können den Schwung einer Fassung verändern. Was macht man mit der ersten Zeichnung? Selina: Man druckt sie aus, schneidet die Fassung aus und setzt sie auf das Gesicht. Da zeigt sich dann, ob die Form zum Beispiel zu tief ist und auf den Backen aufsitzt. Ich habe Pascal meine Zeichnungen präsentiert und er hat da und dort kleine Veränderungen vorgeschlagen, bei der Positionierung der Scharniere vielleicht, oder bei der Breite der Backenteile. Da habe ich von seiner Erfahrung profitiert. Pascal, «Erfahrung» heisst bei dir was genau? Pascal: Ich fertige 220 bis 250 Exemplare pro Jahr, und das seit 16 Jahren. Dazu kommen noch Probeläufe und Versuche, vor allem aus den ersten Jahren. Wenn Selina dir ihre Entwürfe gebracht und von deiner Erfahrung profitiert hat, dann wurden ihre Fassungen zu deinen … Pascal: Nein, und darauf habe ich sehr geachtet. Ich war mir bewusst, dass ich meine eigene Noosh-Designwelt im Kopf habe und Selina eben eine andere. Es war eine Herausforderung, Selinas Designsprache zu respektieren und sie nicht zu vernooshen. Selina: Das ist wirklich gelungen. Die Entstehung einer Büffelhornbrille ist eine unwiederholbare, kreative Reise.Um diese Reise genauso unwiederholbar abzubilden, hat Fotograf Rob Lewis auf das alte Handwerk der Analogfotografie zurückgegriffen. Die Aufnahmen der Modelle Jasmina und Markus sind erfrischend undigital und echt. «Analoge Fotografie bietet dir keinen doppelten Boden», sagt Fotograf Rob Lewis. «Licht, Hair & Make-up müssen perfekt sein, weil du sie nicht später am Rechner korrigieren kannst.» Nur Handwerk führt zum Unikat, sei es beim Gestalten einer Fotografie oder einer Brillenfassung aus natürlichem Büffelhorn. Zum Handwerk gehören Erfahrung, Sorgfalt und ein untrügliches Verständnis für die richtige Optik. Fast so wichtig ist Geduld, bei der Vorbereitung des Shootings genauso wie in der Dunkelkammer, wo die Belichtung des Negativs ihren direkten Weg auf das Papier findet. Wer hier pressiert, hat schon verloren. Die optischen Prozesse wollen respektiert werden. In der Brillenmanufaktur ist es die Natur des Büffelhorns, die bestimmt, wieviel handwerkliche Zeit und Zuwendung eine Fassung benötigt, bis ihre Form vollendet ist. Wer diese Kunst des Werdens respektiert, erhält Werke von Echtheit und Tiefe – und vielleicht mit dem einen oder anderen verborgenen Detail, wie nur Natur und Handwerk sie hervorbringen können. Jede Büffehornbrille und jede Analogaufnahme erzählt die Geschichte einer kreativen Reise durch die faszinierende Welt der Optik. Die Reise ist nicht zu Ende, wenn ein Mensch das fertige Werk betrachtet und die Unwiederholbarkeit seiner Geschichte spürt, im Gegenteil. Die Reise geht weiter. Aber gemeinsam. Horn ist nicht gleich Horn. Schweizer Kuhhorn bietet nicht die nötige Festigkeit für Hornbrillen aufgrund der tieferen Luftfeuchtigkeit. Und beim Schweizer Bisonhorn sowie Büffelhorn – im Emmental und Jura werden etwa 2000 Wasserbüffel gehalten – wird der gut verwertbare Teil des Horns zu wenig dick für eine Brillenfassung. Anders ist es in Indien, wo viele Reisbauern ihre Felder traditionell mit Wasserbüffeln pflügen. Stirbt ein Tier, lässt es Hörner mit Spannweiten von zwei Metern oder mehr zurück. Die für eine Brille verwertbare Schicht ist bis zu zwei Zentimeter dick. Im Norden Indiens leben einige Dörfer davon, diese Hörner zu verwerten. Pascal Nüesch von Noosh Optix in Chur besuchte einen Monat lang verschiedene Betriebe in Indien. Seither importiert er seinen Werkstoff direkt von dort. So kann er seine Wünsche und Qualitätsvorstellungen unmittelbarer anbringen. Nüesch lässt sich kleine Platten der besten Qualität liefern. Es gibt sechs Farbtöne, wobei die Kategorisierung angesichts der fliessenden Übergänge nicht ganz einfach ist: «In diesem Punkt sind die Qualitätsvorstellungen von Schweizern und Indern etwas unterschiedlich, was jede Bestellung zu einem kleinen Abenteuer macht». Büffelhorn gibt es poliert oder mit matter, aufgerauter Oberfläche, wobei die matte Oberfläche beim ersten Auffrischen naturgemäss auch poliert wird. Geniesserinnen und Geniesser lassen ihre Fassung etwa alle eineinhalb Jahre einmal auffrischen. Sie erhält ein Ölbad, anschliessend wird die oberste Schicht abgetragen. Wie dünn sie ist, hängt davon ab, wie sehr die Brille beansprucht wurde. Je kalkhaltiger das Wasser ist, mit dem man die Brille im Alltag reinigt, desto eher entsteht eine helle Patina. An ihr kann man Freude haben – auch sie ist Natur – oder man kann sie beim Auffrischen abschleifen lassen. 23 Unikate aus sechs Designs – so präsentiert sich die YOURECH-Kollektion 2025 aus Büffelhorn. Selina Kiser von Urech Optik hat sie gestaltet, Pascal Nüesch von Noosh Optix in Chur hat sie von Hand gefertigt. Eigenkollektion Von der Idee bis zur Fassung

Bereits zu Jahresbeginn besuchte das gesamte Team die Manufaktur Funk Schuster in Oberbayern. Die spannenden Einblicke in die handwerkliche Entwicklung ihrer Brillen waren eindrücklich und haben uns nachhaltig inspiriert. Und als Herbst-Highlight präsentierten wir an der in&out Designermesse 2025 stolz unsere neue YOURECH-Eigenkollektion (siehe Interview Seite 6/7). Am 4. September trotzten engagierte Velofahrer:innen dem Regenwetter beim Social Ride mit Ultra-Biker Robin Gemperle. Ein faszinierender Sportler! Wer ihn verpasst hat: Auf Seite 3 erzählt er, wie er mit dem Mountainbike die USA durchquerte und dabei einen neuen Rekord aufstellte. Ende August wurde Urech Optik bei «Musig i de Altstadt» zur Bühne – diesmal für Lily Claire. Ob ihr eine Karriere wie der letzt- jährigen Sängerin Zoë Më bevorsteht? Unter dem Motto «Frühling in Aarau» starteten wir mit den beliebten Blumen-Workshops von Rahel Heimberg in die Saison. Ihre floralen Kreationen sind jedes Mal ein Highlight. Mit Trend-Halstüchern und Plauderlaune waren wir Ende März an der AMA vertreten. Die Gespräche mit den Besucherinnen und Besuchern waren wie immer erfrischend. Am 30. April läuteten wir gemeinsam mit dem Runclub 5000 die wärmere Jogging-Saison ein. Es wurden Oakley-Sportbrillen getestet – ein sport- licher Auftakt mit Stil und Funktion. Nur wenige Tage später ging es sportlich weiter: Beim Aarauer Altstadtlauf war unsere überdimensionale Urech-Brille in der Stadt zu entdecken. Wer sie fand, konnte beim Wettbewerb eine Sportbrille gewinnen. Herr Fritschi war diesmal der Glückliche. Im Juni wurde Aarau zum Schauplatz des Doppelstarts der Tour de Suisse. Die Weltstars auf ihren Rennrädern fuhren gleich zweimal direkt bei uns an der Vorderen Vorstadt 18 vorbei. Unter dem Motto «Urech welcomes the world» waren wir mehrere Wochen lang im Sportbrillen-Fieber – mit einem Bike im Schaufenster und attraktiven Angeboten im Laden und am Stand in der Sponsoring Village. Events Urech, Aarau. Weitere Informationen gibt’s auf unserer Website: www.urech.ch Oder rufen Sie an, wir freuen uns auf Sie: Telefon 062 838 20 00 Öffnungszeiten: Montag Geschäft geschlossen Dienstag – Freitag 08.30 – 18.30 Uhr Samstag 08.00 – 15.00 Uhr Ob Tour de Suisse, Blumen-Workshops, Altstadtlauf, Musig i de Altstadt oder unsere Eigenkollektion – 2025 war für uns, unsere Kundinnen und Kunden ein lebhaftes Jahr! Auch 2026 wird bei Urech Optik in Aarau einiges los sein. Up to date bleiben Sie auf Instagram, Facebook und urech.ch. Am 22. Februar kamen Jung und Alt zusammen, um hochwertige Second-Hand-Schätze zu entdecken – nachhaltig und bezahlbar. Mit Prosecco und guter Musik wurde anprobiert, gelacht und geplaudert.

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