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Susanne Urech, was ist wichtiger, ein guter

Freund oder ein guter Berater?

Eine gute Freundin oder ein guter Freund.

Tragfähige Beziehungen sind durch nichts zu

ersetzen. Da berät und ermuntert man sich

gegenseitig und hilft sich gegenseitig, und

das deckt bereits vieles ab.

Was aber deckt es nicht ab?

Das lässt sich nicht pauschal sagen. Manche

Fragen, die das Leben stellt, sind eben grös­

ser als die Antworten, die Freunde geben

können. Eine Freundschaft ist ein nahes

Beziehungssystem, das erschwert oft eine ob­

jektive Sichtweise. Aber in Freundschaften

geht es ja auch weniger um Antworten oder

Rat, sondern darum, zuzuhören, mitzutra­

gen, da zu sein.

Manche Fragen des Lebens sind wohl

auch grösser als die Antworten,

die ein professioneller Berater oder

Therapeut geben kann?

Sicherlich. Nicht beantwortbare Fragen ge­

hören zum Leben. Aber man kann lernen,

mit ihnen klug umzugehen. Eine systemische

oder individuelle Beratung vermag die aktu­

ellen Fragen und Probleme eines Menschen

auszuleuchten und in Worte zu fassen.

Damit ist demRatsuchenden aber noch

nicht geholfen…?

Klarheit zu schaffen und Dinge beim Namen

zu nennen hilft schon sehr. Oft eröffnen sich

neue Blickwinkel, die wiederum Handlungs­

möglichkeiten aufzeigen, die wiederum Ent­

wicklungsprozesse in Gang setzen können.

Manche Fragen beantworten sich dann von

allein, andere verlieren an Bedeutung.

Wie beraten Sie Einzelpersonen?

Zum einen mittels individueller Beratung,

zum andern mit den «Spiegelblicken». So

Por t rät Susanne Urech

«Lotsen & Lachen».

nenne ich meine Serie von drei Gesprächen,

nämlich «Überblick», «Einblick» und «Aus­

blick». Dazu gehört ein Persönlichkeitstest

mit Auswertung. Ziel ist eine realistische und

akzeptierende Selbsteinschätzung. Eine spe­

zielle Einzelberatung biete ich für Menschen

mit einem belasteten und belastenden Berufs­

alltag an. Dazu kann das Erstellen eines

Persönlichkeitsprofils oder die Analyse eines

Lebensskripts gehören.

Was ist ein Lebensskript?

Das ist ein Lebensentwurf, der sich schon in

der Kindheit entwickelt, unbewusst, nicht zu­

letzt durch prägende Schlüsselerlebnisse. Das

Kind macht sich dann ein Bild von sich selber,

von den andern, von der Welt, und diese Vor­

stellungen zeichnen dann seinen Weg.

Themenwechsel:

Wann kommen Paare zu Ihnen?

Oft erst wenn es stürmt. Bei manchen Paaren

zeichnete sich ein Sturm schon länger ab, an­

Der Wert eines Unternehmens besteht aus der sozialen und fachlichen

Kompetenz der Mitarbeitenden. Beide brauchen Pflege. Bei Urech Optik sind

es Dieter und Susanne Urech, die auf die Zufriedenheit im Team und den

Spirit des Unternehmens ein besonderes Augenmerk richten. Dabei kommen

Susanne Urech nicht nur eine jahrzehntelange Nähe zum Unternehmen

zugute, sondern auch ihre Ausbildungen im Bereich Psychologie, Seelsorge

und Coaching.

Ausserhalb von Urech Optik berät Susanne Urech in ihrem eigenen

Unternehmen Einzelpersonen, Paare, Familien oder Gruppen. Auch Berufsleute,

Teams oder Leitungsgremien nehmen ihre Dienstleistungen in Anspruch.

Lösen Kinder Krisen aus?

Zumindest lösen sie Situationen aus, die für

die Eltern oft schwer zu steuern sind, und

zwar nicht erst in der Pubertät. Entwick­

lungsstufen werden durchlaufen, Rollen können durcheinandergeraten, es bilden sich

Allianzen und Verhaltensmuster und… Kin­

der treffen Entscheidungen, nicht immer im

Sinne ihrer Eltern.

Beraten Sie ganze Familien?

Familien, in denen es bereits brennt, biete ich

systemische Familienberatung an. Für Eltern

habe ich meinen Erziehungskurs «Lotsen&

Lachen» zusammengestellt, für Teenager gibt

es die «Gimmi5!»-Gruppen.

Auf Ihrer Website führen Sie Assessments

sowie Einzel- und Teamberatungen nicht nur

für Unternehmen an, sondern explizit auch

für «christliche Gemeinden undWerke».

Da ich persönlich einen christlichen Glauben

pflege, habe ich eine Affinität zum Thema.

Natürlich kann die Dimension des christ­

lichen Glaubens in jeden anderen Beratungs­

prozess mit einfliessen. Mir ist wichtig, diese

Frage zu thematisieren und die Haltung des

Ratsuchenden zu respektieren.

Solange die Sonne

scheint, denkt man nicht

an den Schirm,

das ist menschl ich.

«

»

dere wurden überrascht. Solange die Sonne

scheint, denkt man nicht an den Schirm, das

ist menschlich. Aber eine Paarbeziehung

übersteht Stürme besser, wenn sie auch bei

gutem Wetter gepflegt wurde. Das Angebot

der «Spiegelblicke» eignet sich deshalb auch

gut für Paare zum besseren gegenseitigen

Verständnis.

Was führt am häufigsten zu Ehekrisen?

Vieles kann den Ausschlag geben. Aber wich-

tiger sind die tiefer liegenden Ursachen. Paar­

beziehungen werden unter anderem geformt

von den Unterschiedlichkeiten der Partner

in ihren Charakteren und Biografien, Nor­

men und Wertvorstellungen, Selbstwahrneh­

mungen, Kommunikationsstilen und Lebens­

zielen. Ich kann Paare dabei unterstützen,

die wichtigen Faktoren zu beleuchten, Inter­

aktionsmuster zu erkennen, Fallen zu ent­

decken und Chancen zu packen.

Dinge beim Namen

zu nennen hi lft schon sehr.

«